Stadtverwaltung Warschau
Sitemap Dein Ausflugsplan
Quick search
There are countless reasons to fall in love with Warsaw

Sozrealistische Hauptstadt

Drucken Wyślij znajomemu

In den Jahren 1949-56 wurde den Architekten, die an dem Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Warschaus arbeiteten, ein neuer, „in seinem Inhalt sozialistischer und in seiner Form nationaler“ Stil – der Stil des sozialistischen Realismus aufgezwungen. Er basierte auf der Übereinstimmung des Weltbilds mit den ideologischen Thesen des Marxismus und propagierte die Kommunikativität der Formen und  den Optimismus und bevorzugte Themen verbunden mit der Arbeit und der Tradition der Arbeiterbewegung. Klassische Beispiele für die sozrealististische Bauweise sind das Marszałkowska-Wohnviertel (MDM) und der Palast der Kultur und Wissenschaft, die mit monumentalen Skulpturen geschmückt sind, welche vorrangig Bauern, Arbeiter und Aktivisten darstellen.


Muranów
Muranów

Muranów ist eins der ersten Nachkriegswohnviertel Warschaus, gebaut in den Jahren 1949-56. Vor dem Krieg standen hier Häuser, die vorwiegend von der jüdischen Bevölkerung bewohnt waren. Während der Besatzung gründeten die Deutschen an dieser Stelle das sog. Große Ghetto und nach der Niederlage des Aufstands im Ghetto wurde das ganze Gelände dem Erdboden gleichgemacht. Die neue sozrealistische Wohnsiedlung entstand auf dem Trümmerfeld des Ghettos. Vorbild des Projekts war die Idee der englischen Gartenstadt. Es wurden Wohnhäuser für 30.000 Personen, Schulen, Kinderkrippen, Kindergärten und Kinos gebaut. Typisch für dieses „Arbeiterparadies“ sind die monumentalen Tore, die man bereits vom Anfang der Andersa Straße sehen kann.


PKiN
Palast der Kultur und Wissenschaft (Pałac Kultury i Nauki)

pl. Defilad 1
Auskunft: tel. +48 22 656 76 00
www.pkin.pl

Der Kulturpalast war „ein Geschenk der sowjetischen Nation für die polnische“. Die Idee für den Bau kam von Józef Stalin selbst. Der Palast ist das jüngste historische Gebäude in Warschau. Er ist über 50 Jahre alt! Er ist das charakteristischste und mit 234,5 Metern das höchste Gebäude Warschaus, das man von überall in der Stadt sehen kann. Im Kulturpalast befinden sich über 3.000 Räumlichkeiten und eine besondere Attraktion ist die Aussichtsterrasse im 30. Stock, von der man einen wunderbaren Blick über Warschau genießt. Oben auf dem Kulturpalast befindet sich eine Uhr, die im Jahre 2000 enthüllt wurde. Sie ist die höchste Turmuhr der Welt und die zweitgrößte in Europa. Jedes der vier Ziffernblätter hat einen Durchmesser von 6 Metern. Ebenfalls interessant sind die ungewöhnlichen Turmbewohner – ein Wanderfalke hat hier sein Nest und legt seit Jahren in ihm seine Eier. Weitere Informationen

Nicht weit vom Kulturpalast, an der Kreuzung der Jerozolimskie Alleen und der Marszałkowska Straße (beim Eingang in die Unterführung), steht ein ganz besonderer, 7 Tonnen schwerer Granitpfeiler, den man den „Steinernen Wegweiser“ nennt. An diesem Pfeiler sind die Entfernungen zu den europäischen Hauptstädten und einigen polnischen Städten angegeben. Bei den älteren Bewohnern von Warschau war dieser Pfeiler auch als „Liebessäule“ bekannt, weil man sich hier üblicherweise zu Rendezvous verabredete.


Plac Defilad
Defilad Platz (Plac Defilad)

Der Defilad Platz befindet sich beim Kulturpalast und sollte für Propagandaveranstaltungen der Regierung der Volksrepublik Polen dienen. Zum Zeitpunkt seines Entstehens war er die größte Anlage dieser Art in Europa. In der Platzmitte wurde eine bis heute existierende, mit einem Adler geschmückte Tribüne errichtet, von der aus die Würdenträger der Volksrepublik Polen den Märschen und Defilees beiwohnten. Nach den politischen Umwälzungen in Polen verlor der Platz an Bedeutung, zudem wurde er erheblich verkleinert. Gegenwärtig ist eine neue Nutzung der Fläche in Planung. An der Ecke der Marszałkowska Straße und der Świętokrzyska Straße soll ein Museum moderner Kunst nach einem Entwurf des weltberühmten Architekten Christian Kerez entstehen.


Marszałkowska-Wohnviertel - MDM (Marszałkowska Dzielnica Mieszkaniowa - MDM)

Dieser Bezirk wurde in den Jahren 1951-1952 auf einem Gelände erbaut, wo vor dem Krieg wohlhabende Warschauer wohnten. Das MDM umfasst den Bereich des Konstytucji Platz, der Marszałkowska Straße und der Waryńskiego Straße. Die kommunistische Regierung wollte hier eine große, autarke Siedlung im Zentrum der Stadt schaffen, das vor allem für die Arbeiterklasse bestimmt war. Der Bau der Siedlung bot außerdem die Gelegenheit, die Kirche des Allerheiligsten Erlösers, die von der Marszałkowska Straße aus gut sichtbar war, zu verbauen.


Plac Konstytucji
Konstytucji Platz (Plac Konstytucji)

Dieser Platz ist der zentrale Punkt des Marszałkowska-Wohnviertels (MDM). Sein Name sollte an die 1952 verabschiedete stalinistische Verfassung der Volksrepublik Polen erinnern. Der Platz wurde im Straßenverlauf der Marszałkowska Straße abgesteckt, einer Gegend mit rein städtischer Bebauung. Trotz der umfangreichen Kriegszerstörungen mussten für die Anlage eines so großen Platzes viele Bürgerhäuser abgerissen werden. Der Platz ist eine der größten sozrealistischen städtebaulichen Anlagen der Welt – hier treffen sich 7 Straßen und der unbebaute Raum kann für öffentliche Versammlungen benutzt werden. Die auffälligsten Elemente des Platzes sind die charakteristischen, monumentalen Laternen.