Die Geschichte hat diesen Teil Europas nicht geschont und Warschau hat sich mehr als einmal als unerschütterliche Stadt gezeigt. In der Geschichte der Stadt finden wir viele Beispiele ihres heldenhaften Kampfes, dennoch besteht das kämpfende Warschau vor allem in den dramatischen Erfahrungen des 2. Weltkriegs. Allein im Warschauer Aufstand (1944) – der patriotischen Auflehnung gegen die deutsche Besatzung – starben ungefähr 200.000 Einwohner und die Gebäude der Stadt wurden zu 85% zerstört. Einige Bezirke der Stadt wurden vollkommen zerstört – bei nahe wurde die Stadt vom Antlitz der Erde ausradiert. Die kulturellen Verluste, die verbrannten Bibliotheken und Museumssammlungen, die Kirchen und Paläste, das Königsschloss und schließlich das Eigentum der Bevölkerung, sind nicht einzuschätzen. In vielen Straßen von Warschau finden wir heute Gedenktafeln, die an die Schauplätze der Kämpfe oder der Hinrichtungen von Polen während des 2. Weltkriegs erinnern.
Museum des Warschauer Aufstands (Muzeum Powstania Warszawskiego)
ul. Grzybowska 79, (Eingang von der ul. Przyokopowa)
tel +48 22 539 79 05
www.1944.pl
Das zum 60. Jahrestag des Ausbruchs des Warschauer Aufstands eröffnete Museum ist eines der interessantesten und meistbesuchten Museen der Hauptstadt. Die moderne Ausstellung veranschaulicht nicht nur den heroischen Kampf, sondern auch das alltägliche Leben der Aufständischen. Mit Hilfe von Bildern und Tonaufnahmen werden die Tage vor dem Ausbruch des Aufstands und dessen darauf folgende Phasen, aber auch das Verlassen Warschaus durch die Aufständischen und deren weitere Schicksale beschrieben. Eine besondere Attraktion ist der Museumsturm, von dem man einen schönen Blick auf Warschau und den Park Wolności (Freiheitspark) mit der Gedenkmauer hat. In der Gedenkmauer eingemeißelt sind über 10.000 Namen gefallener Aufständischer. Das Museum ist ein Ausdruck der Ehrerbietung für die Warschauer, die im Kampf für die Unabhängigkeit Polens und seiner Hauptstadt ihr Leben gelassen haben. Weitere Informationen
Mausoleum des Kampfes und Märtyrertums (Mauzoleum Walki i Męczeństwa)
al. Szucha 25, tel +48 22 629 49 19
www.muzeumniepodleglosci.art.pl
In den Besatzungsjahren (1939-1945) erfreute sich die Szucha Allee eines besonders schlechten Ruhms. Sie gehörte zu dem geschlossenen, sog. deutschen Viertel und ihr Name wurde in „Straße der Polizei“ umgeändert. Diesen Teil der Stadt, der mit Schlagbäumen gesperrt war, nannte man auch manchmal ironisch das „Ghetto für die Deutschen“. In dem Gebäude an der Szucha Allee 25 befand sich der Sitz der Gestapo. Im Keller war ein Untersuchungsgefängnis, wo die Gefangene gefoltert und während des Aufstands Massenhinrichtungen von Polen durchgeführt wurden. Nach Ende des Krieges behandelten die ehemaligen Gefangenen und die Einwohner von Warschau diesen Ort wie einen Friedhof – indem sie hier Grablichter anzündeten und Blumen niederlegten. Nach dem Krieg wurde hier ein Mausoleum eröffnet – ein Ort des nationalen Gedenkens. Im Gebäude ist gegenwärtig das Ministerium für Nationale Erziehung untergebracht. Das Mausoleum befindet sich im linken Seitenflügel.
Denkmal der Polnischen Heimatarmee (Pomnik Armii Krajowej)
ul. Wiejska
Das Denkmal erinnert an die Polnische Heimatarmee (Armia Krajowa) – die heimliche militärische Widerstandsorganisation des polnischen Untergrundstaates während des 2. Weltkriegs. Sie war die stärkste und am besten organisierte Untergrundbewegung im damaligen Europa.
Gebäude der PAST (Gmach PAST’y)
ul. Zielna 37
In den Zwischenkriegsjahren gehörte das Gebäude der Polnischen Telefonaktiengesellschaft – „Polska Akcyjna Spółka Telefoniczna“ – daher die Abkürzung PAST. Während des 2. Weltkriegs wurde es von den Deutschen als strategisches Objekt (über die Telefonzentrale gingen alle telefonischen Verbindungen von Berlin mit den Besatzern des Generalgouvernements) beschlaggenommen. Die Einnahme des Gebäudes durch die Soldaten des „Kiliński”-Bataillons im Jahre 1944 war eines der wichtigsten Ereignisse des Warschauer Aufstands. 2003 wurde auf dem Dach ein vier Meter hoher Anker als Symbol für das Kämpfende Polen aufgestellt.