Das Papst Johannes Paul II. war der erste polnische Nachfolger des Hl. Petrus in der Geschichte und nach 450 Jahren der erste Bischof von Rom, der nicht Italiener war. Er war ein hervorragender Geistlicher und gleichzeitig Dichter, Dramatiker, Hochschullehrer und Polyglotte. Das über 26-jährige Pontifikat von Johannes Paul II. (das zweitlängste in der Geschichte der Kirche – abgesehen vom Hl. Petrus) war gekennzeichnet von einem Überfluss an unvergesslichen Momenten. Seiner starke Persönlichkeit und seine beispiellose Haltung beeinflussten nicht nur das Bild der Kirche, sondern auch Geschehnisse in der ganzen Welt.
Der Papst machte über 100 apostolische Reisen und besuchte alle bewohnten Kontinente. Nach Warschau kam er während der päpstlichen Pilgerfahrten in sein Vaterland sieben Mal. Hier, in der Hauptstadt des Landes, hinter dem Eisernen Vorhang, fielen außergewöhnlich wichtige Worte und die Gegenwart des Papstes an bestimmten Orten war ein Zeichen der Ehrerbietung für Menschen verschiedener Konfessionen. In Warschau gibt es auch viele Orte, die an Karol Wojtyła erinnern, bevor er sein Amt in der Petrusstadt übernahm.
Chopin-Flughafen (Lotnisko Chopina)
ul. Żwirki i Wigury 1
An diesem Ort begannen die meisten Pilgerfahrten von Johannes Paul II. nach Polen. 1979, bei seinem ersten Besuch, küsste der Papst nach dem Verlassen des Flugzeugs die heimatliche Erde. Mit dieser Geste – die in der ganzen Welt berühmt wurde – begann jede Pilgerfahrt des Papstes.
Während des Abschieds von seinen Landsleuten am 9. Juni 1991, knüpfte Johannes Paul II. an die Worte, die der Leitgedanke seiner endenden, vierten Pilgerfahrt in die Heimat wurden, “Dankt Gott (...). Lasst den Geist nicht erlöschen”. Er wandte sich an die Versammelten mit einem Appell um sie zu überzeugen, dass die wiedererlangte Freiheit eine Aufgabe und eine historische Chance ist, die man nicht vergeuden darf.
IM ZENTRUM

Piłsudski Platz (Plac Piłsudskiego)
„Lass Deinen Geist herabsteigen und das Antlitz der erde erneuern. Dieser erde!”
Diese historischen Worte sind auf dem Piłsudski Platz – im Zeitraum der Volksrepublik Polen „Siegerplatz” genannt – im Juni 1979 in der heiligen Messe während der ersten päpstlichen Pilgerfahrt nach Polen gefallen. Hier haben sich damals 500 Tausend Menschen versammelt um die Predigt über die Pficht des Glaubensbekenntnisses und der Verantwortung gegenüber ihrem Erbe zu hören, die mit dem Ruf um die Gabe des Heiligen Geistes beendet wurde. Vor der Messe legte Johannes Paul II. am Grab des Unbekannten Soldaten, das sich im westlichen Teil des Piłsudski Platzes befindet, Blumen nieder und schrieb sich in das Gedächtnisbuch mit den folgenden Worten ein: „Dem Unbekannten Polnischen Soldaten – Johannes Paul II., Sohn dieser Erde“.
Auf dem selben Platz, bereits Piłsudski Platz genannt, las der Heilige Vater nach zwanzig Jahren, im Juni 1999, erneut die Messe im bereits freien Polen.
Präsidentenpalais (Pałac Prezydencki)
ul. Krakowskie Przedmieście 46/48
Der Präsidentenpalast ist eines der herrlichsten Gebäude und gleichzeitig einer der grüßten Paläste in Warschau an der Krakowskie Przedmieście Straße. Ab 1994 ist er der offizielle Sitz des Präsidenten der Republik Polen und seiner Kanzlei. Als erster ist hier Lech Wałęsa eingezogen, der aus dem bisherigen Präsidentensitz im Belvedere umgezogen ist.
Im Juni 1999 hat Johannes Paul II. dem damaligen Präsidenten der Republik Polen, Aleksander Kwaśniewski, seinen Besuch im Palast abgestattet. Weitere Informationen
St.-Anna-Kirche (Kościół św. Anny)
ul. Krakowskie Przedmieście 68
„Ich habe euch gesucht, jetzt seid ihr zu mir gekommen, dafür danke ich euch“
Anlässlich des ersten Todestages von Johannes Paul II. – 2. April 2006 – wurde am Giebeldreieck des Gotteshauses eine Tafel mit den Worten, die der Papst kurz vor seinem Tod ausgesprochen hat, enthüllt.
Dieser Ort ist fest verbunden mit dem Papst und seinem Dialog mit der Jugend. Die St. Anna Kirche, aufgrund ihrer Lage in der unmittelbaren Nachbarschaft der Warschauer Universität, ist ein akademisches Seelsorgezentrum in der Hauptstadt. Eben hier hat sich Papst Johannes Paul II. während seiner ersten Pilgerfahrt nach Polen (im Juni 1979) mit der Jugend getroffen. Er sagte damals u.a.: „Lass den Heiligen Geist kommen mit der Hilfe unserer Schwäche!”. Eben an diesem Tag, als Antwort auf den unterbrechenden Applaus, wich der Heilige Vater zum ersten Mal in der Geschichte seiner Pilgerfahrten vom vorbereiteten Text ab. Später machte er das mehrmals indem er mit seinen Zuhörern unvergessliche Gespräche anfing.
In der denkwürdigen Nacht des 2. April 2005 wurde die St. Anna Kirche auf natürliche Art und Weise zum Ort, an dem sich junge Menschen zum Gebet für Johannes Paul II. versammelt haben. Dieses Ereignis wiederholt sich an den folgenden seiner Todestage. Weitere Informationen
Die Griechisch-katholische Basilianerkirche (Cerkiew greckokatolicka oo. Bazylianów)
ul. Miodowa 16
Eines der katholischen Gotteshäuser in Warschau nach dem östlichen Ritus. Die Griechisch-Katholische ist die größte Kirche nach byzantinischer Tradition, die das Primat des Papstes anerkennt.
Im Juni 1999 traf sich Johannes Paul II. in der Kirche an der Miodowa Straße mit der griechisch-katholischen Hierarchie und den Gläubigen. Während dieses Treffens erwähnte er u.a. seinen kurzen und unerwarteten Besuch im Jahr 1987, als er die Kirche betrat und eine Ikone, (die sich im Inneren befindet) geküsst hat.
Er wollte auf diese Weise “große Anerkennung, nicht nur gegenüber dem Basilianerorden, sondern gegenüber der gesamten Griechisch-Katholischen Kirche, die damals zum Schweigen gezwungen wurde, erweisen.”