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Stadtgeschichte

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Auf dem Gebiet des heutigen Warschaus finden wir archäologische Spuren mehrerer frühmittelalterlicher befestigter Siedlungen an der Weichsel. Die älteste, die von der Wende des 10. und 11. Jahrhunderts stammte, befand sich an der Stelle des heutigen Stadtteils Bródno. Nur etwas jünger war die Siedlung Jazdów, ein Sitz der masowischen Herzöge. Wir datieren die Geschichte der Stadt jedoch ab der Entstehung des Alten Warschaus, nämlich der Siedlung an der Stelle der heutigen Altstadt, wo der masowische Herzog Bolesław II. seinen neuen Sitz erbaute und damit wohlhabende Kaufleute hierherbrachte.

Ende des 13. Jahrhunderts – Gründung der Siedlung
Die neue Siedlung der Herzöge von Masowien, deren Residenz genau dort stand, wo sich heute das Königsschloss befindet, wurde „Warszawa” genannt und mit Mauern umgeben. Gegen Ende des 14. Jahrhundert wuchs in der Nähe des Alten Warschaus eine neue Stadt – das Neue Warschau, mit einer eigenen Regierung. Die beiden benachbarten Warschaus entwickelten sich und wurden stärker.

15. Jahrhundert – Warschau wird die Hauptstadt von Masowien
Dank seiner Lage entwickelte sich Warschau hervorragend und wurde bald zur wichtigsten Siedlung der Region. Im Jahre 1413 verlegte Herzog Janusz I Starszy (Janusz der Ältere) die Hauptstadt des Herzogtums Masowien von Czersk hierher.

16. Jahrhundert – Warschau wird die Hauptstadt von Polen
Anfang des 16. Jhs. wurde Warschau an das polnische Königreich angeschlossen. Das Bürgertum erhielt dadurch viele Privilegien und dank seiner Lage im Inneren des Landes wurde die Stadt immer häufiger vom königlichen Hof besucht. In der Nähe, auf den Feldern vor Warschau, wählte der Adel in freien Wahlen den neuen König. Im Jahre 1596, nach dem Brand der königlichen Residenz auf dem Wawel, verlegte Zygmunt III. Waza (Sigismund III. Vasa) den Hof und die wichtigsten Ämter von Krakau in das neu erbaute Schloss in Warschau. Von diesem Zeitpunkt an war Warschau das tatsächliche Zentrum des Landes und die ständige Residenz des Königs. Infolgedessen entwickelte sich die Stadt weiter und die Bevölkerung wuchs.

17. Jahrhundert – die „schwedische Sintflut” und andere Kriege
Nach der Blütezeit folgte eine Zeit vieler Kriege. In den Jahren 1655-1658 wurde Warschau dreimal von den Schweden und den Siebenbürgern belagert, erobert und besetzt. In den Jahren der „schwedischen Sintflut“ wurde die Stadt ruiniert und ihrer Kulturgüter beraubt.
Erst der Feldherr und König Jan III. Sobieski, der „Türkenbezwinger“, gab dem Land seine Pracht und seine Bedeutung zurück. Seit seiner Wahl im Jahre 1683 entwickelte sich Warschau sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Der König ließ Wilanów erbauen und unterstützte Künstler.
In dieser Zeit entstanden auch der Krasiński-Palast sowie die Kirche der Sakramentsschwestern in der Neustadt, die Kapuzinerkirche an der Miodowa Straße und die Karmeliterkirche in der Krakowskie Przedmieście Straße.

18. Jahrhundert – Zeit der Sachsen, Zeit des Stanisław
Die Zeit der Sachsen, also die Herrschaft der sächsischen Könige, schwächte Polen sehr. Obwohl das Land nach und nach an Bedeutung verlor, erlebte die Hauptstadt jedoch eine Blütezeit. Viele Architekten und Baumeister kamen gemeinsam mit den Sachsen nach Warschau und erbauten hier zahlreiche Paläste und Kirchen, die bis heute für Warschau wichtig und charakteristisch sind. Damals wurde die so genannte Sächsische Achse entworfen, ein großes städtebauliches Vorhaben, welches, obwohl es nie zu Ende geführt wurde, das architektonische Bild der Stadt in bedeutendem Maße gestaltete. Durch den Abriss der chaotischen Bebauung wurde Platz gemacht für viele wichtige Orte der Hauptstadt, wie den Sächsischen Palast (Pałac Saski) und den Sächsischen Garten (Ogród Saski).
Im Jahre 1747 gründeten die Brüder Załuski in Warschau eine öffentliche Bibliothek, die den Anfang der Nationalbibliothek bildete. Ihre Sammlungen gehörten zu den größten in Europa.

Eine wahrhaft „goldene Zeit“ erlebte die Stadt in der Zeit des Stanisław, also in den Herrschaftsjahren des letzten Königs von Polen, Stanisław August Poniatowski (1764-1795), als Warschau zum Zentrum des politische, wirtschaftlichen, geschäftlichen und industriellen Lebens des Landes wurde. In dieser Zeit entstanden herrliche Denkmäler, die wichtigsten darunter die Anlagen der Łazienki Królewskie. Die Wissenschaft entwickelte sich. Das Nationaltheater wurde eröffnet, das erste ständige Berufstheater in Polen.